Artikel Tagged ‘Bernerhof’

Wandern ist sexy.

Dienstag, 03. Januar 2012

Mein Vater liebte rote Socken. Er hatte Schränke voll mit roten Kniesocken. Auf unseren endlosen Sonntagswanderungen hat er sie getragen. Damit alle sie sahen, hat er Hosen mit der Bezeichnung Knickerbocker montiert. Den Spazierstock in der Rechten und die Brissago in der Linken ist er marschiert, und ich bin hinterher gekeucht. Nach mir nicht die Sintflut, sondern die Mutter. Meistens haben wir uns verlaufen. Vermutlich habe ich nur darum Koch gelernt, damit ich am Sonntag arbeiten durfte.

Was früher mein Vater war, ist heute meine Frau. Stichwort: Wellness. Höre ich das Wort, dann habe ich Angstschweiss-Ausbrüche. Ayurveda hier, Erlebnisdusche da, heisse Steine und kalte Aufgüsse und… Wellness Hotels gleichen sich wie ein Ei dem andern. Allen voran im österreichischen nahen Osten. Jetzt kommt der gute Zukunftsprofessor Horx und redet von Selfness. Von sozialer Kompetenz. Wellness. Mindness. Hopeless.

Ganz unter uns: Ich habe genug von der Hightech Hektik und dem Hyperstress. In diesen Welten verliert der Mensch ein realistisches Verhältnis zu seinen Fähigkeiten und Grenzen. Um vernünftige Massstäbe zu gewinnen, muss der Homo Trabiens ab und zu wieder in die Natur. Zum menschlichen Biotop. Wandern ist sexy. Wellness ist Stress.

Heute, 40 Jahre nach den Wanderungen mit meinen Eltern, wandere ich mit meinen Gästen. Wir führen Gespräche über Gott und die Welt. Wir kommen uns näher, indem wir gemeinsam mit eigener Kraft ein Ziel, den Gipfel erreichen. Das verbindet. Aus Gästen werden Freunde. Gast-Freund-Schaft.

Das muss die Zukunft für uns Berghoteliers sein. Unsere Natur zu nutzen. Die Produkte, welche aus dieser Region stammen und von Menschen aus der Gegend hergestellt und gepflegt werden. Wir sind eigenständig und niemand, auch im entferntesten aller Winkel der Welt, einfach niemand kann uns und unsere Gegend kopieren. Wir sind kein Trend und wir sind kein Konzept, sondern wir sind wir! Die Menschen, die Landwirtschaft, der Tourismus machen einen Ort unverwechselbar und damit zu einer Marke. Ich besinne mich lieber auf die eindrückliche Kraft des Wirklichen, statt den Zukunftsforschern in die Zukunft nach zu rennen.

Die Bilder stammen übrigens von meinem Freund, Marcus Gyger ©. Wehe der oder dem, der sie klaut resp. kopiert. Die Bilder. Dann werde ich hässig.

Hotelbewertungen

Mittwoch, 28. September 2011

Gestern, als ich mit meinen Gästen auf einer Wanderung war, liess ich vergangenen Montag, den Hotelmarketingtag, in meinem Kopf Revue passieren. Unter anderen war ein Thema, Hotelbewertungen zu welchem ich mich an dieser Stelle schon einmal geäussert habe. Über Twitter fragte ich  meine Follower (siehe unten), was sie von Hotelbewertungen halten, resp. ob sie Bewertungen vor einer Buchung konsultieren. Innerhalb von Minuten kamen Antworten. Das Fazit ist, dass alle Hotelbewertungen zu Rate ziehen, bevor sie ein Hotel buchen. Das habe ich eigentlich auch erwartet. Obwohl ich, Thomas Frei, als Gast nie ein Hotel bewerten würde, geschweige denn Bewertungen mir fremden Menschen lesen täte.

Meine Meinung als Hotelier: Ich verstehe Gäste die das Gesehene und Erlebte anderen Menschen mitteilen wollen nicht wirklich (holidaycheck, tripadvisor).  Ich selber habe damit überhaupt kein Problem, zumal der Bernerhof doch recht gut bewertet wird. Nur, eine Steigerung der Qualität für mein Produkt erreiche ich durch diese Bewertungen nicht.  Aber genau das will ich. Ich will unser Hotel ständig verbessern und mehr Wohlgefühl mit einem optimalen Nutzen zwischen Preis und Leistung für meine Gäste erreichen. Also muss ich meine Gäste mit konkreten Fragen löchern und aus den Antworten meine Schlüsse ziehen. Die ganzen Plattformen auf dem Internet sind schlussendlich eine Selbstbefriedigung für den Hotelier selber. Meist stiften die Hoteliers ihre Gäste gegen Bezahlung oder Wettbewerbspreisen dazu an, Bewertungen abzugeben.

Wir in der Region Gstaad handhaben das so, dass der abgereiste Gast ein Mail mit konkreten Fragen zum Hotel und zur Destination bekommt, die er anonym ausfüllen kann. Die gesammelten Daten können vom Hotel eingesehen werden. Zudem kann ein Hotelier sehen, wie er im Vergleich zu seinen Kollegen in der Region steht. Sei dies gesamthaft oder zu bestimmten Fragen. Dieses System bringt mich als Hotelier dazu, mein Produkt ständig zu verbessern. Ich will nämlich mit meinem Hotel bei den Besten sein. Als “Abfallprodukt” entstehen die Bewertungen auf den gängigen Plattformen.

Herzlichen Dank an alle, die mir auf Twitter geantwortet haben:

Festtags-Zahlenspielerei

Mittwoch, 12. Januar 2011

Eine Spielerei mit Zahlen, wie sie bei uns im Bernerhof, mit 4 Restaurants und circa 300 Sitzplätzen ab dem 25. Dezember bis 6. Januar vorgekommen ist.

5’500 423  pro Tag Heissgetränke wie Kaffee, Cappucchino Macchiatto etc.
3’500 269  pro Tag Vorspeisen
7’000 538  pro Tag Hauptgänge
1’900 146  pro Tag Dessert
  • 15 Personen in der Küche haben 80 Überstunden gemacht
  • 18 Personen im Service haben 300 Überstunden geleistet

P1040970Und jetzt, stellen Sie sich einmal vor, wieviele Teller und Gläser abgewaschen werden mussten…. Ein unglaubliche Leistung von allen Bernerhof Mitarbeitenden.  Es waren wohl über 1’000 Leute, welche täglich ein und aus gingen. Es ist uns ein Bedürfnis, uns bei  allen Bernerhof Mitarbeitenden ganz herzlich für die geleistete Arbeit zu bedanken. Es war eine sensationelle Leistung. Merci vielmoll.

Winter Smoke

Samstag, 13. November 2010

Auf unserer Seite, Langeweile.ch haben wir 12 Angebote, bei welchen Sie dem vorweihnachtlichen Stress entfliehen können. Was Wunder, haben wir doch ein Angebot für die Genussraucher dabei.

Langweile_wintersmoke_01 Wir fahren Sie in ein sonniges Tal – genussvoll ausgerüstet mit Cigarre, Getränken und einem kleinen Imbiss. Damit es Ihnen nicht zu kalt ist geben wir Ihnen eine Bernerhof-Wärmeflasche und eine warme Decke mit. Die Kosten dafür sind CHF 180.– (inkl. erstklassige Cigarre, Imbiss und die Wärmeflasche obendrauf) pro 1 – 2 Personen

Wanderhotel Bernerhof

Samstag, 04. September 2010

Auch ein Cigarman wandert gern. Am liebsten mit seinen Gästen im Wanderhotel Bernerhof.

Link: Bernerhof Wanderung

Ganz herzlichen Dank unserem Gast Meinrad von Däniken für den tollen Film.

GaultMillau ist beliebt

Freitag, 13. August 2010

P1030848Unglaublich. Seit dem letzten Oktober sind im Smoking bereits 4 Exemplare des GaultMillau geklaut worden. Dies, obwohl ich ihn klar mit Bernerhof gekennzeichnet habe. Was soll’s. Der GaultMillau scheint beliebt zu sein. Im neu ausgelegten GaultMillau habe ich auf ein paar Seiten einen netten Text dazu geschrieben. Wie Beispielfoto zeigt.

Nun hoffe ich, dass der neue Koch des Jahres bald bestimmt wird. Denn mir gehen die 2010er Exemplare langsam aber sicher aus.

P.S. Wer denken Sie, wer der neue Koche des Jahres werden wird? Am 4. Oktober wissen wir mehr. Ich vermute nur.

Olivenoel ist nicht Olivenoel

Donnerstag, 12. August 2010

OlivenbäumeOlivenöl ist heute in aller Munde. Im wahrsten Sinn des Wortes. Aber wer weiss schon, was ein wirklich gutes Olivenöl ist?

Angaben auf der Etikette wie “extra vergine”, “nativ” und “kaltgepresst” sagen nichts über die Qualität eines Olivenöls aus. Ein gutes Olivenöl erkennt man nur durch eine Degustation. Um Olivenöl zu probieren, füllt man ein wenig Öl in ein kleines Glas, erwärmt es in der Hand um die Aromastoffe freizusetzen und verschliesst das Glas mit der anderen Hand. Damit fangen Sie die Duftstoffe im Glas ein. Wenn Sie nun an einem guten Oel riechen, steigt Ihnen ein frischer, fruchtiger und intensiver Duft nach Oliven und frisch geschnittenem Gras in die Nase. Erinnert der Duft aber eher an reife Früchte oder gar an Bananen, sind Sie sicher, dass Sie ein ranziges Öl haben, dem alle gesundheitsfördernden Eigenschaften eines guten Olivenöls fehlen. Nehmen Sie einen kleinen Schluck und verteilen das Öl auf der Zunge. Ziehen Sie ganz scharf mit einem Zischlaut mehrmals viel Luft ein und schlucken Sie das Öl. Jetzt sollte es im Rachen leicht brennen und Sie sollten einen bitteren und pfeffrig-pikanten Geschmack wahrnehmen. Nach einigen wenigen Minuten dürfen Sie keinen öligen Geschmack mehr im Mund verspüren. So muss ein tadelloses Olivenöl schmecken. Ein fettiger, matschiger, saurer oder süss-fauliger Geschmack wäre hingegen ein Zeichen für ein schlechtes Olivenöl. Olivenöl sollten Sie an einem kühlen, dunklen Ort nicht länger als 2 Jahre lagern.

Grüne oder schwarze Oliven?
Unreife Früchte sind grün; in voller Reife sind sie schwarz. Je reifer eine Frucht ist, um so mehr Öl enthält sie (20% – 25%). Die wertvollen Inhaltsstoffe (Polyphenole und Vitamin E), die das Olivenöl so gesund machen, sind konzentriert vorhanden, wenn die Olive noch grün ist und sich erst leicht zu verfärben beginnt. Viele Olivenbauern ernten im Januar oder gar Februar, um die Ölmenge zu erhöhen und die Ernte durch abschütteln der Oliven auf Netze am Boden zu erleichtern.

P1030846Das gesunde Öl
Von den über tausend aktiven biologischen Wirkstoffen in einem guten Olivenöl sind die gut erforschten drei Hauptbestandteile, Ölsäuren, Polyphenole und Vitamin E für die Gesundheit von grösster Bedeutung. Die Konzentration dieser Inhaltsstoffe hängt direkt von der Qualität der verwendeten Olive, des Erntezeitpunktes, der Erntemethode und der sofortigen, schnellen und schonenden Verarbeitung des Öls ab.

Im Olivenöl verbinden sich zwei Vorteile. Einerseits senken die ungesättigten Fettsäuren die LDL-Cholestrinkonzentration im Blut und anderseits vermindern die Polyphenole und das Vitamin E die Oxidationsanfälligkeit dieses reduzierten Cholestrinspiegels.

Bernerhof und Olivenoel
P1030844Im Bernerhof Küche verwenden wir das Olivenöl Mancianti aus Perugia, welches wir in einem 5 Liter Bidon von Martin Dalsass aus dem Ristorante Santabbondio in Sorengo beziehen. In den Restaurants haben ein ganz spezielles Olivenöl, welches von Irmgard & Walter Frei in ihrer Azienda Sa Contissa in Terralba auf Sardinien hergestellt wird und in 50cl Flaschen für den Bernerhof geliefert werden. Wie vorgangs beschrieben, ist der Erntezeitpunkt sehr wichtig. Die Frei’s ernten bereits Ende Oktober. Die Oliven haben dann zwar nur einen Ölanteil von 13% – 15%, enthalten aber den maximalen Gehalt dieser Inhaltsstoffe. Eine Selbstverständlichkeit ist, dass die Frei’s eigenhändig Olive um Olive von Ihren Bäumen abzupfen.

Wer dieses Öl einmal geniessen durfte, wird nie mehr ein billiges Öl bei sich zu Hause haben. Ein Grund mehr, unsere Restaurants im Bernerhof zu besuchen.

Und wenn Sie dies hier alles lesen, so sehen Sie auch, dass gutes Olivenoel einfach seinen Preis hat. Denn mit der Olievenölherstellung ist viel Handarbeit verbunden.

Bewertungssysteme in Hotels und Restaurants

Montag, 29. März 2010

Ein engagierter Onliner kann sein Hotel und/oder Restaurant, in welchem er Gast war, auf vielfältigste Art bewerten. Sei dies bei Portalen wie Holiday-Check, TripAdvisor oder Trivago. Seit 2005 hat Schweiz Tourismus das System von  Holiday-Check aufgeschaltet.

Mit dem Web 2.0 kann der Reisebericht oder Restaurant Test per Blog in das World Wide Web gestellt werden. Als Beispiel der sehr gute und differenzierte Blog „la table d’hôte“ von Daniel Ebneter.

Die Frage, die ich mir als Hotelier und Restaurateur stelle, was bringen mir die Bewertungen. Ich muss vorausschicken, dass ich in meinen Jahren als leitender Hotelier nie eine Gästebefragung mittels Smileys durchführte. Ich fand und finde solche Befragungen unpersönlich und nicht repräsentativ. In einem Hotel/Restaurant mit einer Kultur, besteht ein ehrlicher Dialog zwischen Gast und Gastgeber. Mit diesem Dialog bin ich in den 14 Jahren Bernerhof sehr gut gefahren, denn wir bekamen viele nützliche Tipps und Anerkennung von unseren Gästen.

Seit 1997 haben wir den Bernerhof GästeClub. In diesem Club werden Gäste aufgenommen, welche entweder 60 Logiernächte im Bernerhof verbrachten oder sich sonst wie für den Bernerhof eingesetzt haben. Alle diese Clubmitglieder gehen mit Sperberaugen durch ihren Bernerhof und teilen uns Unachtsamkeiten unsererseits direkt und klar mit. Und das nehme ich sehr ernst, da alle Mitglieder nur das Beste für den Bernerhof möchten und ihre Kritik objektiv ist.

Stetig haben wir die Dienstleistungskette für unsere Gäste zu verbessern versucht. Im Jahre 1999 haben wir als eines der ersten Schweizer Holtes unseren Betrieb nach ISO 9001:2000 zertifizieren lassen. Zudem waren wir unter den ersten Betrieben, die das Qualitätsgütesiegel 3Q für den Schweizer Tourismus bekamen.

Was nützt mir eine Bewertung von einem Gast, welcher es nicht für nötig fand, mir seine Bewertung sprich Kritik – oder Lob – selber ins Gesicht zu sagen und stattdessen seine Bewertung anonym, auf einer der oben erwähnten Portalen freien Lauf lässt? Eine solche Bewertung respektive Kritik – oder Lob – lässt mich kalt, da ich sie nicht als objektiv empfinde. Es gibt zum Beispiel Leistungen, die wir nicht gewillt sind zu erbringen. Ein Gast, welcher eine solche Leistung beanspruchen will, ist bei uns nicht glücklich. Ein solcher Gast kann seinem Frust auf einem Bewertungsportal freien Lauf lassen. Wenn er mir seine „Rüge“ direkt mitteilt, können wir darüber reden und Argumente für oder gegen austauschen. Vielleicht revidieren wir unsere Meinung oder der Gast merkt, dass wir unsere Gründe für den Entscheid haben.

Sollten wir Reklamationen haben, sind wir sehr grosszügig. Zum Beispiel bei einem Essen, an welchem etwas nicht stimmt. Der Gast bekommt nicht einen Kaffee/Dessert sondern wir offerieren ihm ein anderes Essen mit gleich viel Personen inklusive Getränken. So können wir ihm beweisen, dass wir es gut können.

Fazit

Die Hotelbewertungsportale haben ihre Berechtigung in Hotels, welche von Managern geführt werden. An Orten mit Gastgeberpersönlichkeiten, besteht ein Dialog vom Gast zum Gastgeber. Diese Hotels sind dann zwar nicht auf den Bewertungsportalen präsent, dafür haben sie viel Mund zu Ohr Propaganda und kommen so zu neuen Gästen.