Archiv für März 2010

Kampf gegen Windmühlen

“Wirte wollen selber entscheiden, ob geraucht werden darf und sammeln Unterschriften.” Steht im Tages Anzeiger von Dienstag, 30. März geschrieben. Und weiter:  “Zigarrenfabrikant Heinrich Villiger unterstützt sie dabei.”

Das ist aber nett. Es ist noch gar nicht so lange her, vielleicht 2 bis 3 Jahre, da versuchte Dr. Reto Cina, CEO von Oettinger Imex AG (Davidoff Group) eine Front gegen das bevorstehende Rauchverbot aufzubauen. Der Herr Bruder von alt Bundesrat Villiger wollte nicht mitmachen. Die Gründe kenne ich nicht. Ich meine, er hätte vielmehr anno dazumal im Vorfeld mit seiner ganzen Kraft für ein moderates Rauchgesetz gekämpft. Es ist schwierig, im nach hinein dieses Gesetz wieder aufzuweichen. Umso mehr, nach den wuchtigen Nein in all den Volksabstimmungen in den Kantonen.

Logisch, gehe ich mit der IG Freie Schweizer Wirte einig, dass ein Wirt in seinem Betrieb Entscheidungsfreiheit haben muss. Doch dieser Kampf erinnert mich an Don Quijote, welcher mit seiner Wahrheitsverfremdung  einen vergeblichen Kampf gegen die Windmühlen führte. Viel mehr müsste gegen die zustande gekommene Initiative der Lungenliga argumentiert werden. Würde die Initiative der Lungenliga tatsächlich angenommen, hätte diese weit grössere Auswirkungen auf die Restaurants und die Freiheit der Menschen, als das Bundesgesetz zum Schutze des Passivrauchens.

Bewertungssysteme in Hotels und Restaurants

Ein engagierter Onliner kann sein Hotel und/oder Restaurant, in welchem er Gast war, auf vielfältigste Art bewerten. Sei dies bei Portalen wie Holiday-Check, TripAdvisor oder Trivago. Seit 2005 hat Schweiz Tourismus das System von  Holiday-Check aufgeschaltet.

Mit dem Web 2.0 kann der Reisebericht oder Restaurant Test per Blog in das World Wide Web gestellt werden. Als Beispiel der sehr gute und differenzierte Blog „la table d’hôte“ von Daniel Ebneter.

Die Frage, die ich mir als Hotelier und Restaurateur stelle, was bringen mir die Bewertungen. Ich muss vorausschicken, dass ich in meinen Jahren als leitender Hotelier nie eine Gästebefragung mittels Smileys durchführte. Ich fand und finde solche Befragungen unpersönlich und nicht repräsentativ. In einem Hotel/Restaurant mit einer Kultur, besteht ein ehrlicher Dialog zwischen Gast und Gastgeber. Mit diesem Dialog bin ich in den 14 Jahren Bernerhof sehr gut gefahren, denn wir bekamen viele nützliche Tipps und Anerkennung von unseren Gästen.

Seit 1997 haben wir den Bernerhof GästeClub. In diesem Club werden Gäste aufgenommen, welche entweder 60 Logiernächte im Bernerhof verbrachten oder sich sonst wie für den Bernerhof eingesetzt haben. Alle diese Clubmitglieder gehen mit Sperberaugen durch ihren Bernerhof und teilen uns Unachtsamkeiten unsererseits direkt und klar mit. Und das nehme ich sehr ernst, da alle Mitglieder nur das Beste für den Bernerhof möchten und ihre Kritik objektiv ist.

Stetig haben wir die Dienstleistungskette für unsere Gäste zu verbessern versucht. Im Jahre 1999 haben wir als eines der ersten Schweizer Holtes unseren Betrieb nach ISO 9001:2000 zertifizieren lassen. Zudem waren wir unter den ersten Betrieben, die das Qualitätsgütesiegel 3Q für den Schweizer Tourismus bekamen.

Was nützt mir eine Bewertung von einem Gast, welcher es nicht für nötig fand, mir seine Bewertung sprich Kritik – oder Lob – selber ins Gesicht zu sagen und stattdessen seine Bewertung anonym, auf einer der oben erwähnten Portalen freien Lauf lässt? Eine solche Bewertung respektive Kritik – oder Lob – lässt mich kalt, da ich sie nicht als objektiv empfinde. Es gibt zum Beispiel Leistungen, die wir nicht gewillt sind zu erbringen. Ein Gast, welcher eine solche Leistung beanspruchen will, ist bei uns nicht glücklich. Ein solcher Gast kann seinem Frust auf einem Bewertungsportal freien Lauf lassen. Wenn er mir seine „Rüge“ direkt mitteilt, können wir darüber reden und Argumente für oder gegen austauschen. Vielleicht revidieren wir unsere Meinung oder der Gast merkt, dass wir unsere Gründe für den Entscheid haben.

Sollten wir Reklamationen haben, sind wir sehr grosszügig. Zum Beispiel bei einem Essen, an welchem etwas nicht stimmt. Der Gast bekommt nicht einen Kaffee/Dessert sondern wir offerieren ihm ein anderes Essen mit gleich viel Personen inklusive Getränken. So können wir ihm beweisen, dass wir es gut können.

Fazit

Die Hotelbewertungsportale haben ihre Berechtigung in Hotels, welche von Managern geführt werden. An Orten mit Gastgeberpersönlichkeiten, besteht ein Dialog vom Gast zum Gastgeber. Diese Hotels sind dann zwar nicht auf den Bewertungsportalen präsent, dafür haben sie viel Mund zu Ohr Propaganda und kommen so zu neuen Gästen.

Wie bringen wir die junge Gästegeneration ins Restaurant?

An einem eckigen Round Table wurde von Herr René Frech vom Gourmet, einem Magazin für Hotellerie, Gastronomie & Gemeinschaftsgastronomie mit beglaubigter WEMF-Auflage von 20’841 Exemplaren, den Kikkoman Botschaftern die im Titel geschriebene Frage gestellt. In der ersten Runde antworten alle Botschafter der Reihe nach. Fazit, sie alle sehen darin kein Problem. Alle haben Ihre Konzepte, sprich den Mix ihrer Restaurants angepasst und somit nichts verpasst. Die Frage bleibt im luftleeren Raum unbeantwortet, da sie nicht gestellt werden muss.

Ist es nicht so, dass das Alter keine Rolle spielt, sondern wir alle nach dem Lust und Laune Prinzip leben? Zum Mittagessen zum Beispiel im seven easy und am Abend zu Dario Ranza ins Principe Leopoldo? Zudem zeigt die Alterspyramide, dass die Gesellschaft immer älter wird. Kurz, wenn das Zielpublikum 50plus gewählt wird, gewinnt man dank Mütterchen Natur immer mehr Publikum und kommt näher ans Ziel, sprich man hat Erfolg.

Zermatt versus Gstaad

Ich war schnell in Zermatt. Nicht um gesehen zu werden. Sonst wäre ich nach St. Moritz gegangen. Sondern um Neues zu sehen. Ich bewundere die Zermatter schon ein wenig. Wie die es schaffen, dass Frau, Kind und Mann sich in Täsch in einen Zug zwängen. Parkhaus – Gepäckwagen – Zugticket – in Zermatt Hotelelektrowagen oder Taxi suchen – Gepäck ab Gepäckwagen – ins Elektroauto – Wagen ohne Gepäck wieder einreihen, damit die 5 Leihstutz zurück kommen – zum Hotel. Uff, angekommen. Aber sie schaffens und boomen drauflos.

Facts:

Die Bettenauslastung der vorhandenen Betten im Zeitraum 2008/2009 der Hotellerie im Winter war bei 63.77%, im Sommer 42.95% was eine Durchschnittliche Bettenauslastung im Jahr von 53.21% sind. In Gstaad waren dies in der gleichen Zeitperiode – ähmä, getreue mich es fast nicht zu schreiben… 38.06% !! He Achtunddreissig Komma Nullsechs!!  H A L L O  Gstaad, aufwachen.

In Zermatt ist der Anteil der Schweizer bei 34.29% (Gstaad 61.7%), Deutschland 17.44 (8.3%), Grossbritanien 10.29 (4.2%), Japan 4.2% (wird nicht einzeln erfasst), Benelux 3.8% (5.7%), Frankreich 3.03% (6.5%). (Quelle Jahresbericht Zermatt Tourismus 2008/2009)

Bin in Zermatt….

…. endlich angekommen. Sofort nach unserer Ankunft machten wir uns auf die Pisten. Klein Matterhorn war das Ziel. Nach einem kurzen Skischuhfussmarsch durch das verkehrsfreie Zermatt, mussten wir nur vor den Elektroautos auf den Gehsteig flüchten. Benzinautos kamen keine. Die Dimension der Bergbahnen haben mich beeindruckt. Ehrlich. Gondelbahn über Sesselbahn. Alles in Bewegung. Keine Schlangen. Aber volle Pisten. Carven im Gebiet Klein Matterhorn hat mir keine Freude bereitet. Zu sehr mussten oben, seitlich und talwärts die Augen offen sein. Die Hektik hat über den Genuss obsiegt. Seisdrum.

Wir machten uns auf ins Restaurant „Zum See“. Natürlich haben wir nicht reserviert. Das war ein Fehler. Aber Greti Mennig machte es möglich, dass wir einen gemütlichen 4-er Tisch zu Zweit belegen konnten. Die Freundlichkeit des Teams um Max und Greti Mennig ist weltmeisterlich. Der Gruss aus der Küche war eine Bouillabaisse. Phua. Ich bin ja kein GaultMillau Tester, der Grund weshalb ich nicht auf das wirklich fantastische Essen (hatte Milken an einer Morchelsauce und Nudeln. Als Dessert die weltberühmte Crèmeschnitte) näher eingehe. Nur soviel: die 13 Punkte sind mehr als verdient. (Übrigens, die Küche von Max ist nur circa 15m2 gross!)

Zurück im Dorf. Die Bahnhofstrasse oder Hauptstrasse war brechend voll. Mensch an Mensch. Natürlich besuchte ich das eine oder andere Hotel, Lounge, Bar. Aufgefallen ist mir das Hotel Post. Mitten in Zermatt wird cool geboomt und in einem Hotel Bar’s, Restaurants eröffnet. Kein Wischiwaschi. Jedes Restaurant klar Positioniert. Guet.

Am nächsten Tag gings auf die Pisten rund um die Sunnegga. Nach dem bezahlen der 73.—Franken für die Tageskarte bestiegen wir die Bahn ins Sunnegga Paradiese. Und hier waren die Pisten wirklich vollheiss. Beschneit wird bis 3000 Meter über Meer. Über Unsinn und Sinn von Schneeanlagen auf 3000 MüM mag ich an dieser Stelle nicht reden. Es ist einfach so. Das Mittagessen war bei „Chez Vrony“ in Findelen. Sackstark. Auch hier stimmte jedes Detail wie bei Max & Greti. Eines meiner Lieblingsessen (Macaroni mit Gehacktem) habe ich bestellt. Und die waren echt gut. Zu meiner Überraschung wurde ich gefragt, ob ich noch einen Nachschlag haben wolle. Ich wollte.

Weiter ging es mit den Skis Richtung Zermatt. Am Ende der Piste wurde ich gestoppt. Ich stand vor dem Cervo. Ein im  Dezember 09 eröffnetes – ja was eigentlich – Restaurant, Boutiquehotel, Club, Lounge. Oder wie die Homepage sagt: der Logenplatz über Zermatt. Ein Besuch der sich lohnt. Unbedingt die Homepage anschauen!

Das Resümee Zermatt versus Gstaad

Kurz: ich bin froh, dass ich in Gstaad und nicht in Zermatt bin. Gstaad ist ruhiger und bedächtiger. Gemäss seinem Slogan „Come up – slow down“. Trotzdem, Zermatt muss für uns im Saanenland Vorbild sein. Die „Beizen“ an den Pisten sind einzigartig und von unübertrefflichem Charme und Qualität. Kuhstall Romantik sucht man in Zermatt zum Glück vergebens. Gerade in diesem Bereich sähe ich bei uns in Gstaad Handlungsbedarf.  Nur schon, dass ein „Pistenrestaurant“ in Gstaad auf den Namen Kuhstall hört… Tzzz

Etliche Hotels in Zermatt erneuern sich und entwickeln spannende Konzepte. Nicht umsonst haben die Zermatter eine bessere Bettenbelegung. Ich gehe einmal davon aus, dass auch die Wertschöpfung auf den erzielten Preis stimmt. Wie sonst könnten sie so investieren.

Aktuell für Gstaad: Die Zermatter haben ihr Leitbild mit Vision (Vollversion Leitbild) gleich ins Internet gestellt. Wachen wir auf in Gstaad und erneuern uns. Die Zeit ist reif.

Staatliche Belästigung der KMU

Soll das „Hahnen“-Wasser in Restaurants gratis sein? In einem früheren Blog habe ich mich schon darüber ausgelassen. Und heute, 17. März war im Tagi wieder ein Bericht zu diesem Thema: Hahnenburger: Sturm im Wasserglas? Darin stand zu lesen: „Viele Zürcher Gastrobetriebe bieten ihren Gästen kostenlos Hahnenwasser an. Einen rechtlichen Anspruch darauf haben allerdings nur Restaurantbesucher im Tessin.“

Genügend Auflagen machen uns das Leben als KMU schwer und beschränken unseren Spielraum. Wir werden durch zahlreiche Vorschriften behindert. Zunehmend haben wir es mit Bewilligungspflichten auf allen Ebenen zu tun. Wir müssen immer mehr Aufgaben übernehmen, welche eigentlich in das Pflichtenheft des Staates gehören. Einige Beispiele? Wir sind Steuereintreiber (Quellensteuer, Mehrwertsteuer, Kurtaxen, Beherbergungstaxen, Pro Litteris, Billag und andere mehr.) Als Polizeiorgan (Nichtrauchen, Alkoholausschank, Schliessungszeiten, Ladenöffnungszeiten). Zudem sind wir Datenlieferanten an den Staat (Berherbergungsstatistik, Datenerhebung bei den Gästen, Betriebsstatistiken, Lohnstatistiken etc.) Gefragt sind wir auch als Staats- und Arbeitszeitkontrolleure (Lebensmittelgesetz, Hygienevorschriften, L-GAV, KOPAS usw.) Letztlich sind wir noch Konsumentenschützer (Deklaration der Produkte, Herkunftsbezeichnungen, Preisanschriften usw.)

Zudem werden manche Daten wie zu Zeiten der Lochkarten erhoben, was noch mehr Zeit benötigt und rein gar nichts mit der heutigen IT-Technologie zu tun hat.

Es soll dies kein Klagelied sein. Auch andere Branchen haben mit den Auflagen der Behörden zu kämpfen. Die KMU’s, der viel gepriesene Rückgrat der Schweizer Volkswirtschaft, wird in seiner täglichen Arbeit durch immer mehr Auflagen behindert. Unser Parlament schafft es nicht einmal, die Mehrwertsteuer Abrechnung zu vereinfachen. Ich rede hier nicht von Sondersätzen für die Hotellerie, sondern von einem einheitlichen Steuersatz mit einer vereinfachten Abrechnung.

Und jetzt kommen Konsumentenschutz Organisationen und wollen, dass wir Wirte das Wasser gratis abgeben müssen. Heimatland nomoll! Das Glas kostet, die Karaffe kostet, der Mitarbeiter welcher das Gratiswasser serviert hat einen Lohn, die Abwaschmaschine kostet, der Abwascher hat einen Lohn. Zu guter Letzt kostet die Ausschankanlage, aus welchen das Quellwasser kommt auch Geld. In den meisten Fällen wird für das Hahnenwasser eine Ausschankanlage montiert, so dass das Wasser durch einen Filter geleitet und je nach dem noch Kohlensäure beigemischt wird.

Kurz: Ob das Wasser gratis ist (oder nicht), solls der Unternehmer, der Wirt selber entscheiden. Wenn es wie bei Hilti zum Konzept gehört, dass das Wasser gratis zum Tofuteller serviert wird, so ist das dem Hilti seine Sache. Wenn bei Rochat ein Hahnenwasser in einer Kristallkaraffe serviert wird, hat er das Recht dafür etwas zu verlangen.

Im Bernerhof handhaben wir es so, dass beim Essen und gleichzeitigem Weingenuss das Wasser gratis ist. Halbpension Gäste haben das Wasser eh gratis. Sonst kostet ein Liter CHF 4.50. Weisgott nicht viel.

März Kolumne im Anzeiger von Saanen

Ich will Fortschritt.

Stehen bleiben will ich nicht. Darum brauche ich den Fortschritt. Kein Schulterklopfen und Kuchen essen. Obwohl’s gemütlicher wäre. Damit unsere Region besser bleibt als die Besten, müssen wir alle Fortschritt wollen und selbstverständlich auch ermöglichen. Wir müssen die Einzigartigkeit zulassen. Das Geltenlassen des Ungewöhnlichen. Auch Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Wie sonst konnte Guyer-Zeller vor 117 Jahren die Bahn auf das Jungfraujoch bauen? Wenn er auf die Besserwisser gehört hätte, gäbe es die erfolgreichste Schweizer Bergbahn nicht.

Allen voran muss für unseren Tourismus die Maxime des Andersseins gelten. Die Leitlinien GST wurden am Dienstag präsentiert. Alles nette und schön ausformulierte Phrasen (Die Phrase ist das gestärkte Vorhemd von einer Normalgesinnung, die nie gewechselt wird.) . Die Linien wären dazu da, zu leiten. Nur wohin? Wo ist das Ziel? Steht am Anfang nicht eine Vision? Zum Beispiel: Wir wollen bis 2020 das Saanenland als erstes Organic Ressort der Schweiz positioniert haben. Danach machen Hotelierverein, Gewerbeverein und die landwirtschaftliche Vereinigung mit den drei Gemeinden ihre Leitlinien, welche der gemeinsamen Vision untergeordnet sind.

Die Gemeinde würde vielleicht in Ihren Leitlinien das Ziel, des grossen und kleinen Gemeinderates formulieren. Damit der Weg zu einer Entscheidung entschlackt wird und mehr Bürger involviert werden. Auch der Architekturgeschmack müsste integriert sein. In einem Dorf wie Saanen oder Gstaad braucht es einen Mix, welcher den Charakter und damit das Unverwechselbare eines Dorfes ausmacht. Es darf nicht sein, dass sich die Musikantenstadl-Architektur, welche sich in der Gstaad Promenade auszubreiten beginnt, durchsetzt. Sonst sieht nämlich alles gleich aus. Wir müssen den Charakter eines Dorfes mit verschiedenen artigen Häusern und Geschäften erhalten. Zudem darf die Promenade in Gstaad nicht im gedanklichen Besitztum von wenigen Leuten sein. Alle haben das Recht, Veranstaltungen in der Promenade durchzuführen. Ein weiterer Ansatz für die Leitlinien der Gemeinde ist das Erkennen, dass der Motor der Entwicklung die Hotels sind, nicht die Zweitwohnungen.

Die landwirtschaftliche Vereinigung würde in ihrem Leitbild vielleicht formulieren, dass die Mitglieder keine Silomilch mehr erzeugen. Und den Stacheldraht entstacheln. Die Produkte unserer Landwirte sind ja schon ausgezeichnet und teilweise gut im Markt integriert und damit gute Werbeträger für das Saanenland.

Dann hätte ich noch dies: Man kann nicht mit der Denkweise von heute die Zukunft gestalten.

Lange nichts mehr gelesen

Ja, lang ist’s her. Irgendwie war ich ausgeschrieben. Hatte einfach keine freien Buchstaben mehr. Dafür habe ich eine Kolumne für die Zeitschrift “Hotelier” geschrieben. Mir stinkts – als Genussmensch Sollten Sie diesen Link lieber nicht öffnen wollen, so können sie die Kolumne hier lesen:

Mir stinkts – als Genussmensch

Den einen stinkts wenn geraucht wird. Mir stinkts, wenn mir vorgeschrieben wird, wo ich rauchen darf. Ich muss vorausschicken, dass ich in meinem ganzen Leben vier Zigaretten geraucht und dann gekotzt habe. Beim blossen Gedanken daran wird mir schon wieder schlecht. Ich bin Genussraucher. Nach einem feinen Essen eine Zigarre. Nach einem schlechten erst recht. Hie und manchmal eine Pfeife. Dazu mein Lieblings-Whisky. Oder an einem verregneten Nachmittag in einer schönen Cigar-Lounge eine Zigarre mit einer Tasse Grüntee. Oder Champagner, da sage ich eh nie nein. Ganz schön, sich dem Müssiggang hingeben: Ich nehme mir eine Zigarre, lese in „die Zeit“, dieser schrecklich unhandlichen Zeitung mit den guten Texten, und blicke zwischendurch dem blauen Rauch nach. Noch mehr Genuss ist es, wenn ich mir eine Zigarre im Kreise von Gleichgesinnten gönne. Wir reden über Gott und die Welt. Hin und da verbessern wir die Welt. Gott lassen wir Mensch sein.

Mir stinkts – als Mensch

Am Tag der Arbeit, dem 1. Mai tritt das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen – oder das Raucherverhinderungsgesetz  – oder das Gegenrauchergesetz – oder das KMU-schädigende Gesetz auf Bundes Ebene in Kraft. Am Tag der Arbeit! Ganz Links geht mitten in den Strassen auf die Barrikaden. Und in Glanzschweiz darf Frau und man in öffentlichen Räumen nicht mehr rauchen. Das sehe ich jetzt noch ein. Wer raucht schon in einem Spital. Oder in einem Kantonsparlament. Au, halt, das bringt mich auf die Parlamentarier in den Kantonen. Fast jeder Kanton hat sein eigenes Rauchgesetz gebastelt. Es entstand ein Wirrwarr an Gesetzen. Wie soll man sich zu recht finden, wenn in jedem Kanton anderes Recht gilt? Es wäre doch Genüge getan, wenn alle Kantone sich dem Bundesgesetz unterworfen hätten. Wir Genussraucher hätten gewusst, wann wir wo genussrauchen dürfen.

Jetzt, wo das Rauchen überall verboten ist, hätte ich ein paar Vorschläge für noch mehr Gesetze: Das Bier verbieten, die Mitgäste könnten ja eine Passivfahne einatmen. Und das Sprechen, die Mitgäste könnten ja von unbedachten, mitgehörten Worten passivverschreckt werden, oder sogar wegen Passivmundgeruchs tot von Sessel kippen. Bumm. Und das Essen, die Gäste könnten ja von Passivdüften vergiftet werden. Und das Leben, die Mitgäste könnten optisch von Passivbewegungen belästigt werden. Kurz: Ab sofort sollte das Bewirten von fehlerhaften Gästen verboten werden, entsprechende Subjekte müssten beim Betreten des Lokals erlegt werden. Päng.

Mir stinkts – als Hotelier und Beizer

Irgendwann war es voraussehbar, dass in Helvetien das Rauchen eingeschränkt wird. Zuerst die irren Iren, dann die Italiener. Wir Schweizer trenden hinterher, nachdem Herr Professor Doktor Gutzwiller die „FDP – die Liberalen“ auf Lunge komm raus gegen die Raucher instrumentalisiert hat. Natürlich lasse ich mir als freier Unternehmer nicht gerne durch ein Gesetz vorschreiben, wie ich meine Restaurants zu positionieren habe. Aber das Gesetz ist nun einmal formuliert und da gilt es das Beste daraus zu machen.

Aus rein menschlichem Bedürfnis, bin ich lieber Gast als Hotelier. Nehmen wir an, lieber lesender Hotelier, ich sei Gast in einem Ihrer schönen Hotels. Sagen wir mal, im oberen Segment. Vor dem zu Bett gehen komme ich auf die wahnwitzige Idee, ich könnte noch ein wenig geniessen. Eine Zigarre mit einem oder besser zweinem Getränk. Doch, oh Schreck, ich finde keinen gesetzlosen Raum.

Ich meine, es muss an uns Unternehmern liegen, dass wir unseren Gästen ab einem bestimmten Segment, ein, dem jeweiligen Kantonsgesetz entsprechendes, schönes Fumoir anbieten. Anbieten müssen. Bei näherer Betrachtung sind Genussraucher bei artgerechter Haltung zufriedene Menschen, die keinen Stress möchten, dafür aber Geld ausgeben. Darum werte Hoteliers, investiert in den Genuss. Wir Genussraucher werden es euch durch unser Kommen danken.